Weg für Gesundheitsverbund Mittelsachsen ist frei

05.12.2025

Der Integrierte Gesundheitsverbund für Mittelsachsen mit den Krankenhäusern in Freiberg und Mittweida sowie den jeweiligen Tochtergesellschaften kann kommen.

Die Kreistagsmitglieder stimmten bei ihrer Sitzung am 3. Dezember dieser Idee zu. Ziel ist es, die medizinische Versorgung in Mittelsachsen auch weiterhin auf hohem Niveau vorhalten zu können. Notwendig wird der Schritt vor dem Hintergrund der Krankenhausreform auf Bundesebene und der sich insgesamt veränderten Rahmenbedingungen in der Krankenhauslandschaft. Zahlreiche Krankenhäuser in Deutschland befinden sich derzeit wirtschaftlich in einer schwierigeren Situation. „Das soll bei uns nicht passieren, daher bin ich für das Votum des Kreistages sehr dankbar. Wir machen uns jetzt auf einen ehrgeizigen Weg, den Verbund umzusetzen“, so Landrat Sven Krüger. Dabei sei es wichtig, die Beschäftigten einzubeziehen. Dies geschehe beispielsweise in Form von Gesprächsangeboten der Geschäftsführungen beider Häuser. Nochmals betont der Landrat, dass es keinen aktiven Stellenabbau geben soll. Ziel ist es, die beiden Häuser künftig noch abgestimmter und partnerschaftlicher zu steuern, um eine moderne, wirtschaftliche, leistungsfähige und patientenorientierte Versorgung zu ermöglichen, ergänzt der 1. Beigeordnete, Dr. Christoph Trumpp.

Der integrierte Gesundheitsverbund soll die medizinische Versorgung in Mittelsachsen langfristig sichern und Synergien der beiden Krankenhäuser nutzen. Geplant ist eine engere Verzahnung medizinischer Leistungen, die Entwicklung gemeinsamer Versorgungspfade und die Harmonisierung von Prozessen in Verwaltung und Servicebereichen. Darüber hinaus sollen sektorenübergreifende Angebote wie ambulante Leistungen, Pflege und wohnortnahe Versorgungsformen ausgebaut werden. Die Kooperation mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten soll weiter intensiviert werden, um in möglichst vielen medizinischen Bereichen eine durchgängige und koordinierte Betreuung der Patientinnen und Patienten zu gewährleisten. Eine große Aufgabe sei, die Attraktivität des Leistungsangebotes beider Krankenhäuser für die regionalen Nutzer weiter zu steigern und gemeinsam am medizinisch-technischen Fortschritt teilzuhaben. „Damit profitiert die Bevölkerung in der Fläche von der Kompetenz der Häuser“, so der Landrat. Um Personal entsprechend zu qualifizieren und den Personalbedarf der Gesundheitseinrichtungen in Mittelsachsen in Zukunft besser decken zu können, soll in Mittweida eine Berufsfachschule perspektivisch für das gesamte Spektrum der benötigten Berufe gegründet werden. „Damit stärken wir die Aus- und Weiterbildung und binden sie enger an das Unternehmen“, erklärt Sven Krüger.

Beide Klinikstandorte bleiben erhalten und agieren künftig als Partner auf Augenhöhe. Auch das medizinische Leistungsspektrum soll grundsätzlich bestehen bleiben und kann jetzt in einem gemeinsamen, auf den Landkreis angepasstem Versorgungskonzept aufeinander abgestimmt werden. „Wir freuen uns über das starke Votum des Kreistages und nehmen den Auftrag an, einen ganzheitlichen integrierten Gesundheitsverbund für Mittelsachsen aufzubauen“, so die Geschäftsführer Florian Claus und Matthias Stolze unisono.

Bei einem Gespräch mit der Sächsischen Sozialministerin Petra Köpping wurde die Pläne am Montag ausführlich besprochen. Ihr Ministerium wird eng in die einzelnen Schritte involviert.

Nach dem positiven Kreistagsbeschluss beginnt nun die detaillierte Planung und Umsetzung. Mitarbeitende und Öffentlichkeit werden regelmäßig über Fortschritte informiert. Die Bauvorhaben am Standort Mittweida bleiben von der Verbundbildung unberührt und werden wie geplant fortgeführt. Zur großen Freude der Beteiligten wurde am Montag ein Ergänzungsbescheid über weitere Fördermittel in Höhe von 3,8 Millionen Euro für den dritten Bauabschnitt in Mittweida von Staatsministerin Petra Köpping übergeben. Aufgrund unvorhersehbarer technischer Umstände mussten komplizierte Zusatzarbeiten ausgeführt werden, die auch die Bauzeit verlängerten. Beides kann nun durch Fördermittel untersetzt werden. Auch der Landkreis beteiligt sich mit einer weiteren Unterstützung in Höhe von einer Million Euro. „Das ist eine gute Nachricht für den Standort Mittweida und den eingeschlagenen Weg der guten wohnortnahen Versorgung in Mittelsachsen“, so der Landrat.

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