Zwei Fälle von Masern nachgewiesen

09.05.2017

Im Landkreis Mittelsachsen sind zwei Masernerkrankungen nachgewiesen worden. Es handelt es sich dabei um ungeimpfte erwachsene Personen jeweils aus dem Altkreis Freiberg und dem Altkreis Mittweida.

Der Nachweis steht im Zusammenhang mit der Erkrankung von mehreren Kindern an einer Chemnitzer Schule in freier Trägerschaft, bei der nun erkrankten Person handelt es sich um eine ermittelte Kontaktperson der Einrichtung. Das Gesundheitsamt des Landratsamtes Mittelsachsen hat Maßnahmen ergriffen nach dem Sächsischen Herdbekämpfungsprogramm Masern
(www.gesunde.sachsen.de/download/lua/LUA_HM_VuB_Masern.pdf). So werden jetzt wiederum Kontaktpersonen ermittelt, der Impfstatus geprüft und Untersuchungen angeordnet.  

Die letzten Masernerkrankungen im Landkreis Mittelsachsen traten im Jahr 2015 auf. Es handelte sich bei den Erkrankten um fünf Geschwisterkinder im Alter von ein bis 17 Jahren (Zusammenhang mit dem Masernausbruch in Dresden). Alle Erkrankten waren nicht geimpft. 2014 gab es keinen Fall und 2013 27 Fälle. Die Altersspanne der Erkrankten reichte von fünf Monaten bis 34 Jahre, zwei der Betroffenen hatten eine Masernschutzimpfung erhalten. 

Die Masernerkrankung gehört zu den ansteckendsten Erkrankungen, die nur beim Menschen vorkommt und durch Tröpfchen beim Husten, Niesen und Sprechen oder durch direkten Kontakt mit Erkrankten übertragen wird. Krankheitszeichen können hohes Fieber, Schnupfen, Husten und Bindehautentzündung sein. Nach drei bis vier Tagen zeigt sich ein grobfleckiger Hautausschlag, der typischerweise hinter den Ohren beginnt und sich innerhalb von 24 Stunden über den Körper ausbreitet. An der Wangenschleimhaut können weißliche, ein bis zwei Millimeter große, sogenannte Koplik-Flecken sichtbar werden. Als Komplikationen können Lungenentzündung, Mittelohrentzündung oder die in zirka 30 Prozent tödlich verlaufende oder zu bleibender Behinderung führende Hirnentzündung (Enzephalitis) auftreten.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts ist das Risiko schwer verlaufender Komplikationen bei Kindern unter fünf Jahren und bei Erwachsenen über 20 Jahren am höchsten. 

Schutzimpfungen gegen übertragbare Krankheiten schützen den Einzelnen vor Ansteckung und Erkrankung und die Allgemeinheit vor der Ausbreitung einer Krankheit. Geimpfte Personen bauen gegen die betreffende Krankheit einen Immunschutz auf und erkranken in der Regel nicht. Die Infektionskette von Mensch zu Mensch wird unterbrochen. Schutzimpfungen gehören zu den wirksamsten und sichersten Vorsorgemaßnahmen der Krankheitsverhütung. Moderne Impfstoffe sind gut verträglich und unerwünschte Arzneimittelnebenwirkungen werden nur in seltenen Fällen beobachtet.

Die Sächsische Impfkommission trifft ihre Impfempfehlungen auf der Grundlage der Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut unter Berücksichtigung der epidemiologischen und historischen Besonderheiten im Freistaat Sachsen. Sie empfiehlt eine Masernimpfung in Kombination mit einer Mumps- und Röteln-Impfung (MMR): die erste Impfung ab dem zwölften Lebensmonat, die zweite Impfung ab dem vierten Lebensjahr.

Es gibt keine Altersbegrenzung für die Masern-Impfung. Es sollten alle empfänglichen Personen geimpft werden. Als empfänglich gelten alle ungeimpften Personen jünger als Geburtsjahrgang 1958 ohne immunologisch nachgewiesene überstandene Erkrankung. Es ist eine zweimalige Impfung erforderlich (Mindestabstand vier Wochen) oder eine einmalige Impfung mit Immunitätsnachweis; vorzugsweise sollte Mumps-Masern-Röteln-Impfstoff verwendet werden.