Aus dem Jugendhilfeausschuss

02.02.2022

Themen waren: Neuer Träger für Arbeit mit jungen Straffälligen und Schulsozialarbeit

Im Bereich Mittweida nimmt zum 1. April 2022 der Seehaus e.V. seine Arbeit auf. Der Träger wird, im Auftrag der Jugendgerichtshilfe, ein ambulantes sozialpädagogisches Angebot für junge Straffällige etablieren. Das hat der Jugendhilfeausschuss beschlossen. Der Seehaus e.V. verfügt über viel Erfahrung auf dem Gebiet und betreibt beispielsweise im Landkreis Leipzig den Jugendstrafvollzug in freien Formen. Das Leistungsspektrum des Seehaus e.V. beinhaltet unter anderem soziale Kompetenz- und Anti-Gewalttrainings, Angebote zum Täter-Opferausgleich, Betreuungsweisungen, Verkehrserziehungskurse oder auch die (begleitete) Ableistung sozialer Arbeitsstunden. Die zukünftigen sozialpädagogischen Fachkräfte arbeiten in den Räumen des Eltern-Kind-Zentrums des Diakonischen Werks in Mittweida, aber auch in aufsuchenden, mobilen Formaten in der umliegenden Region.

In Freiberg und Döbeln gibt es bereits bestehende Angebote. Diese befinden sich in anderer Trägerschaft.

Dem Kerngedanken „Erziehung vor Strafe“ folgend, befassen sich Jugendgerichte mit den Verfehlungen von Jugendlichen und Heranwachsenden. Sie bedienen sich dabei vielfältiger Weisungen und Auflagen. Durch diese Mittel sollen zukünftige Straftaten verhindert bzw. den Tätern zu Bewusstsein gebracht werden, dass man für das begangene Unrecht einzustehen hat. Im gesamten Verfahren muss die Jugendgerichtshilfe herangezogen werden. Sie hat den gesetzlichen Auftrag, ein objektives Bild der augenblicklichen Lebenssituation, der persönlichen Hintergründe, dem Stand der Persönlichkeitsentwicklung der delinquenten jungen Menschen und der strafrechtlichen Verantwortlichkeit mit angemessenen Konsequenzen in das Verfahren nach dem Jugendgerichtsgesetz einzubringen. Das Angebot Jugendgerichtshilfe richtet sich an Jugendliche (zur Tatzeit 14, aber noch nicht 18 Jahre) und Heranwachsende (zur Tatzeit 18, aber noch nicht 21 Jahre). Die Fallzahlen im Bereich der Jugendgerichtshilfe sind 2021 im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Das Landratsamt registrierte rund 1.750 Neufälle.

Kunzemannschule in Döbeln bekommt Schulsozialarbeit

In Mittelsachsen gibt es ab Februar 39 Projekte der Schulsozialarbeit. Der Jugendhilfeausschuss beschloss, dass ein neues Angebot an der Kunzemannschule in Döbeln, einer Grundschule, geschaffen wird. Anlass ist das vom Freistaat zur Verfügung gestellte Budget, dass in diesem Jahr mit fast 2,4 Millionen Euro den Ausbau eines weiteren Projektes ermöglichte. Grundlage für die Entscheidung bildete das Gesamtkonzept zur Schulsozialarbeit, das der Jugendhilfeausschuss 2018 beschlossen hatte. Die Trägerschaft des Angebots übernimmt die Don Bosco gGmbH. Schwerpunkte der Schulsozialarbeit reichen von der Stärkung von Lebenskompetenzen, des Klassenklimas und der Teambildung bis hin zur Elternarbeit, Mobbing- und Gewaltprävention sowie Angebote der Demokratiebildung. Bei Bedarf kommen auch Einzelfallhilfen und Unterstützungsangebote bei Schulverweigerung und anderen individuellen Problemen im Schulalltag zum Einsatz.