Aus dem Jugendhilfeausschuss

12.09.2017

Die 12. Sitzung des Jugendhilfeausschusses fand am 11. September in der Mittweidaer Außenstelle des Landratsamtes Mittelsachsen statt.

Vorstellung des Jugendhilfeberichtes

Im vergangenen Jahr besuchten 22 189 Mädchen und Jungen Kindertagesstätten oder eine Tagespflege, 2010 waren es noch 19 262. Das geht aus dem aktuellen Jugendhilfebericht hervor, der im zuständigen Ausschuss am Abend vorgestellt wurde. Er spiegelt die vielfältigen Aufgaben und Leistungen der Abteilung Jugend und Familie des Landratsamtes wieder. Der Landkreis übernahm demnach 2016 den Elternbeitrag für den Besuch einer Einrichtung von 3 713 Kindern, 2010 betrug deren Zahl 3 270 und 2015 3 780.

Ein weiterer Aspekt in dem Bericht sind die Hilfen zur Erziehung und die Inobhutnahmen nach dem Sozialgesetzbuch VIII. Sie sind von 2 360 Fällen im Jahr 2010 auf 2 944 Fälle im vergangenen Jahr gestiegen. Allein im Vergleich der Jahre 2015 und 2016 erhöhte sich die Zahl um elf Prozent, im Wesentlichen aufgrund der Zuweisung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. Hierbei enthalten sind auch die Erziehungsberatung mit rund 1 600 Fällen sowie ambulante und stationäre Erziehungshilfen in 1 040 Fällen. In 302 Fällen wurden Minderjährige in Obhut genommen, davon 237 unbegleitete Flüchtlinge. Außerdem geht aus dem Papier hervor, dass die Zahl der Neuanträge für Elterngeld von 3 068 im Jahr 2010 auf 3 664 Fälle gestiegen ist. Der vollständige Bericht wird in wenigen Tagen auf der Internetseite des Landkreises abrufbar sein.

Pauschalierte Fördermittel des Landes

Der Landkreis Mittelsachsen erhält vom Bund 1,88 Millionen Euro sowie vom Freistaat 344.000 Euro Fördermittel für Investitionen in Kindertagestätten. Weitere zehn Prozent 223.000 Euro gibt der Landkreis hinzu. Über deren Verwendung entschied der Jugendhilfeausschuss. Im Vorfeld führte das Landratsamt eine Bedarfsabfrage bei den Trägern von Einrichtungen durch. Eingegangen sind 65 Meldungen in Höhe von 11,27 Millionen Euro für Bundes- und Landesmittel. „Eine hohe Priorität haben die Maßnahmen, bei denen neue bedarfsnotwendige Plätze geschaffen werden“, erklärt die zuständige Abteilungsleiterin Heidi Richter. Gelder sollen die Sozialservice Rochlitz gGmbH für den Um- und Ausbau firmeneigener Räume für zehn Krippen- und zehn Kindergartenplätzen, die Stadt Freiberg für den Neubau einer Kindertagesstätte mit 55 Krippen- und 65 Kindergartenplätzen, die Gemeinde Zschaitz-Ottewig für die Neuschaffung von zwölf Kindergartenplätzen im Ortsteil Lüttewitz sowie der Sozialverband VdK Sachsen e. V. für die Neuschaffung von sieben Krippen- und acht Kindergartenplätzen im Großschirmaer Stadtteil Siebenlehn erhalten. Die Projekte werden in diesem und ab kommenden Jahr umgesetzt. Für die Jahre 2019 und 2020 sind jeweils weitere 1,077 Millionen Euro Fördermittel des Bundes avisiert, dazu plant die Verwaltung wieder eine Bedarfsabfrage. Von 2010 bis 2016 wurden insgesamt 247 Maßnahmen zur Schaffung von 2 270 neuen beziehungsweise zur Sanierung und Modernisierung von 11 641 bestehenden Plätzen in Kindertageseinrichtungen durchgeführt – Bund, Freistaat und Landkreis überstützten diese Investitionen mit über elf Millionen Euro.

Landkreis erhöht Zuschuss

Der Landkreis Mittelsachsen erhöht seine Förderung für die Regionale Fachstelle für Suchtprävention der Stadtmission Chemnitz um rund 8.700 Euro. Einen entsprechenden Beschluss fasste der Jugendhilfeausschuss. Hintergrund ist, das der Freistaat nur noch eine zentrale Fach- und Koordinierungsstelle für Suchtprävention im Freistaat plant – bisher gibt es drei in Dresden, Leipzig und Chemnitz. Somit fällt die Förderung von 1,8 der bisherigen 3,625 Vollzeitstellen in Chemnitz weg. „Es herrscht Einigkeit in Fachkreisen, dass die Arbeit für die Landkreise weiterhin angeboten werden soll“, so die Abteilungsleiterin Heidi Richter. Neben der Stadt Chemnitz beteiligen sich auch die Landkreise Mittelsachsen und Zwickau sowie der Erzgebirgskreis an dem Projekt. Anfang des Jahres wurden regulär 12.000 Euro an Förderung bereits bewilligt. „Die Stadtmission ist lokal verortet, kennt die Bedürfnisse und Erfahrungen in der Region und ist für uns ein guter Partner im Bereich der Suchtprävention“, so Richter weiter.

Richtlinie wird angepasst

Die Richtlinie zur Förderung von offenen Angeboten und Leistungen der Jugendhilfe wird angepasst. Demnach seigt die Förderung einer Vollzeitstelle von jetzt 8.500 Euro auf 10.700 Euro ab dem kommenden Jahr. Seit Inkrafttreten der Richtlinie sind die Personalkosten um zirka 22 Prozent gestiegen. Die höheren Ausgaben bei den Trägern wurden durch die höheren Anteile aus der Jugendpauschale, Eigenmitteln des Trägers und Gemeinden aufgebracht. Perspektivisch soll die Überprüfung alle drei Jahre erfolgen. Die Mehrkosten liegen bei 55.000 Euro, rund 25,7 Vollzeitstellen werden gefördert.