Impfsaison gegen Influenza hat begonnen

08.10.2019

In der Zeit von Dezember 2018 bis Ende April 2019 wurden im Landkreis Mittelsachsen insgesamt rund 1 800 Influenza-Erkrankungen gemeldet, darunter sieben Todesfälle. „Die Influenza ist eine ernst zu nehmende Erkrankung und eine Impfung ratsam“, so die Abteilungsleiterin des Gesundheitsamtes und Amtsärztin Dr. Annelie Jordan.

Im Spätherbst und Winter ist auf der Nordhalbkugel verstärkt mit dem Auftreten von Influenzaviren zu rechnen. Deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt, sich durch eine Impfung zu schützen. Nach dem kleinen Piks dauert es etwa zehn bis 14 Tage, bis der Impfschutz aufgebaut ist. Wechselhaftes, feuchtes Wetter begünstigt das „Einnisten“ der Viren in die Schleimhautzellen der Atemwege. Von dort ausgehend, treten sie den Weg durch den Körper an und können unter Umständen andere Organsysteme schädigen.

Die Verbreitung der Influenza verläuft in einem kurzen Zeitfenster, da die Viren, zum Beispiel auf Oberflächen bis zu zwei Tagen überleben können. Die Viren werden über Schmierinfektion (Händedruck, Berühren von mit Viren befallenen Oberflächen, wie Türklinken und Tischplatten) sowie über Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen) verbreitet. Kinder können das Virus auch noch mehr als sieben Tage nach der Ansteckung übertragen.

Die Sächsische Impfkommission (SIKO) empfiehlt die jährliche Grippeschutzimpfung für alle Altersgruppen ab dem vollendeten sechsten Lebensmonat. „Besondere Dringlichkeit zur Impfung besteht bei medizinischem Personal, chronisch Kranken, Personen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten, Personen über dem 60. Lebensjahr, Schwangeren, Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen, Berufstätigen mit hohem Publikumsverkehr und Personen mit direktem Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln“, so Dr. Annelie Jordan.

Akut fieberhafte Infekte mit Temperaturen über 38,5 Grad stellen eine Kontraindikation dar, das heißt, wer Fieber hat, sollte mit der Impfung warten. „Menschen, die bereits einen Atemwegsinfekt haben, sollten mit ihrem Hausarzt besprechen, ob es sinnvoll ist, trotz einer Erkältung zu impfen“, so die Amtsärztin. Das sei vom Einzelfall abhängig. Typische Grippesymptome sind ein relativ plötzlicher Beginn mit Fieber, Kopf-und Gliederschmerzen, Husten, aber weniger mit Schnupfen. Grundsätzlich ist der Hausarzt der erste Ansprechpartner für die Impfung. Die Gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Kosten. Eine Impfung ruft keine Grippe hervor. Allerdings können für ein bis zwei Tage grippeähnliche Symptome auftreten, wie beispielsweise Abgeschlagenheit oder leichte Temperaturerhöhung. „Dies ist eine bekannte Nebenwirkung, in der Regel harmlos und als Hinweis zu werten, dass sich der Körper mit dem injizierten Antigen auseinandersetzt“, erläutert Dr. Jordan.

Das Gesundheitsamt empfiehlt in der Grippesaison: Händeschütteln vermeiden, häufiger die Hände waschen, niemanden anhusten oder anniesen, sich nicht anhusten oder anniesen lassen, Bewegung an frischer Luft, das Zimmer mehrmals täglich stoßlüften, wettergerechte Kleidung tragen, ausreichend Obst und Gemüse essen.

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