Kreisräte informieren sich über den aktuellen Zustand des Waldes

19.03.2019

Die diesjährige Waldexkursion des Kreistages führte in verschiedene Waldgebiete des Landkreises und endete schließlich in Augustusburg. Schwerpunkt war die Situation des Waldes infolge von Witterungsextremen und der Ausbreitung des Borkenkäfers.

„Die Lage stellt sich dramatisch dar und durch die Schäden der vergangenen Stürme verschlimmert sich die Situation“, erklärt der erste Beigeordnete Dr. Lothar Beier. Gemeinsam mit Vertretern des Landratsamtes schaute er sich mit Kreisräten verschiedene Waldflächen im Kreisforstrevier Reinsberg an. Dabei waren die Schäden des Sturmes „Eberhard“ ein großes Thema. „Das Sturmtief hat den Wald schwer getroffen und stellt die Waldbesitzer erneut vor großen Herausforderungen“, bilanziert der Leiter des Referates Forst, Jagd und Landwirtschaft im Landratsamt Mario Helbig. Er appelliert in diesem Zusammenhang, beim Betreten der Wälder sehr vorsichtig zu sein und örtliche Waldsperrungen zu beachten. Sind Bäume „angeschoben“ und hängen noch in den Kronen anderer Bäume, besteht ein erhöhtes Gefährdungspotenzial für Waldbesucher, wenn die Bäume unvermittelt zu Boden fallen oder Äste herabbrechen. Aus diesem Grund führte die Exkursion nicht zu tief in den Wald.

Landesweit haben Borkenkäfer in den vergangenen Jahren drastische Schäden in Nadelholzbeständen hinterlassen. „Im gesamten Landkreis Mittelsachsen sind daher vielerorts abgestorbene Bäume − insbesondere Fichten − und aufgelichtete Waldbestände zu finden. Das Schadausmaß hier zählt zu den höchsten in Sachsen“, konstatiert Mario Helbig. Es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Borkenkäfer zahlreich überwintern, sich ab dem Frühjahr wieder stark vermehren und erneut Wälder in erheblichem Umfang schädigen. Die Bäume sind infolge der trocken-heißen Witterung 2018 nach wie vor geschwächt. Hinzu kommen Schneebruchschäden aus dem Januar 2019 sowie Windwurf- und -bruchschäden des Sturmtiefs „Eberhard“, die die weitere Ausbreitung der Borkenkäfer begünstigen.

Um den eigenen Wald zu schützen und zu verhindern, dass Käferherde auf Waldnachbarn übergreifen, sind durch jeden Waldbesitzer dringend regelmäßige Kontrollen, zumindest alle zwei Wochen, durchzuführen und aufgefundenes Käferholz umgehend aus dem Wald zu schaffen. Schwerpunkt sind Waldbestände, die mit Nadelholz bestockt sind, in denen gebrochene/geworfene Bäume noch nicht beräumt sind und/oder in denen sich alte Befallsherde befinden. „Nur rechtzeitiges Handeln führt zum Erfolg“, so Helbig.

Waldschutzmaßnahmen gegen Borkenkäfer ab dem Beginn des Schwärmfluges (ab etwa 16 Grad Celsius Tagestemperatur):

  • Nadelholzbestände müssen gründlich und regelmäßig (am besten wöchentlich) auf den jetzt einsetzenden neuen Befall kontrolliert werden. Merkmale für einen Borkenkäferbefall sind: Bohrlöcher und frisches Bohrmehl an der Rinde, Harztröpfchen unterhalb des Kronenansatzes, abgeschlagene Rindenschuppen durch die Tätigkeit von Spechten, später grüner Nadelteppich unter Fichten.

  • Befallene Bäume müssen schnellstmöglich vor dem Ausflug der Käfer – in der Regel ab Anfang April – gefällt, aufgearbeitet und abgefahren (oder entrindet) werden.

  • Besonders gefährdet sind Bäume um alte Befallsstellen, Bereiche mit Wurf- und Bruchholz und um Holzpolterplätze sowie exponierte Bestandesränder.