Landrat würdigt Naturschutz-Ehrenamt

21.11.2023

Der diesjährige Empfang des Ehrenamtes des Landrates stand unter dem Motto „Gemeinsam Natur erfahren und bewahren“. Anlass bot das zehnjährige Bestehen des Projektes der jungen Naturwächter, das einst in Mittelsachsen entstand und nun im ganzen Freistaat angeboten wird.

Kinder und Jugendliche bekommen in verschiedenen Kursen Belange des Naturschutzes von der Pflanzen- bis zur Tierwelt näher gebracht. Ziel ist es, sie für eine spätere ehrenamtliche Tätigkeit zu gewinnen. Rund 100 Naturschutzhelfer engagieren sich in Mittelsachsen, hinzukommen Beauftragte und zahlreiche Vereine. Sie waren ins Tivoli nach Freiberg eingeladen. „Diese Arbeit ist so wichtig. Wir erleben gerade ein sehr großes Artensterben und es ist durch uns Menschen verursacht. Ich freue mich, dass sich so viele Männer und Frauen auf dem Gebiet engagieren, und dass über 300 Gäste unserer Einladung gefolgt sind“, so Landrat Dirk Neubauer. 

Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nahmen an einer sogenannten Naturwächterchallenge teil. Dabei wurde ein Quiz an den Ständen der Naturschutzstationen veranstaltet, die in Mittelsachsen das Projekt „Junge Naturwächter“ umsetzen. Die Sparkasse Mittelsachsen und die Sparkasse Döbeln sponserten die dortigen Preise und würdigten finanziell die Arbeit der Naturschutzstationen in Herrenhaide und Weiditz sowie den Landschaftspflegeverband Mulde/Flöha, den Naturschutzbund Freiberg und das Natur- und Freizeitzentrum Töpelwinkel. Die Institute unterstützten von Anfang an das Vorhaben, was unter anderem der Referatsleiter Naturschutz im Landratsamt Udo Seifert initiierte: „Wir hatten große Nachwuchsprobleme bei den ehrenamtlichen Naturschutzbeauftragten, um Interessierte hierfür zu bestellen bedarf es Grundwissen und dies wollten bzw. werden wir damit vermitteln.“ Später interessierte sich auch der Freistaat für die Idee und heute wird durch Landesstiftung für Natur und Umwelt das Projekt sachsenweit koordiniert beziehungsweise weiterentwickelt. Sie arbeitet dabei weiter eng mit dem Landkreis zusammen. Seifert wünscht sich, dass es möglich sein kann, Jugendliche schon unter 18 Jahre für ein Naturehrenamt zu bestellen. Gesetzlich ist dies derzeit erst ab 18 Jahren möglich. Neben ihm ehrte der Landrat weitere Mitwirkende der ersten Stunde: Dr. Sylvia Eggert, Marion Gringer, Dietmar Klein, Ute Lippmann, Angela Schubert und Katrin Seidel. Da nicht alle vor Ort waren, wird die Ehrung teilweise nachgeholt. 

In einem Podiumsgespräch waren stellvertretend die drei Jungen Naturwächter Claudius Gerlach, Bruno Fuhrmann und Charlie Sittner gefragt, die von ihren Erfahrungen berichteten und wie sie zu dem Programm kamen, wie zum Beispiel durch Medien. Sie äußerten unter anderem den Wunsch, sich auch deutschlandweit Tiere anzusehen, die nicht in Sachsen heimisch sind. Simona Kahle von der Landesstiftung nannte als eines der kommenden Vorhaben Angebote für Jugendliche zu bauen und damit auch die einst interessierten Kinder länger als „Junge Naturwächter“ zu binden. Dass das Projekt oft nur ehrenamtlich durchgeführt wird, betonte Angela Schubert von der Naturschutzstation Weiditz. Sie wünschte sich unter anderem mehr finanzielle Hilfe, die Unterstützung für das Projekt ist seit zehn Jahren gleich. Dirk Neubauer versprach hierzu mit der Kämmerei zu sprechen.  „Große Sprünge können wir auch als Landkreis nicht machen, aber hier gilt es Möglichkeiten auszuloten.“

In seinen Abschlussstatement dankte der Landrat neben den Gästen auch den Eltern, die die Jungen Naturwächter so unterstützen.