Neue Perspektiven für Flüchtlinge und Asylsuchende durch berufliche Integration und sprachliche Qualifizierung

13.11.2023

Auch wenn der Antrag auf eine Förderung für das Integrationsprojekt „Integra 23“ durch den Europäischen Sozialfonds im ersten Anlauf abgelehnt wurde und auch noch keine andere Förderung in Aussicht ist, bleiben die Verantwortlichen im Landkreis Mittelsachsen nicht untätig.

Um das Projekt in Form einer „Lightversion“ dennoch auf den Weg zu bringen, haben sich der Landkreis Mittelsachsen, das Fachschulzentrum Freiberg-Zug und die Landkreis Mittelsachsen Servicegesellschaft mbH zusammengeschlossen. „Der Wille, interessierten Migranten schnellstmöglich eine berufliche Perspektive zu eröffnen, ist nach wie vor ungebrochen. Für die Umsetzung eines Pilotprojekts wird dabei in erster Linie auf vorhandene Strukturen gesetzt und gleichzeitig auf aktuelle Bedarfe eingegangen“, erklärt Landrat Dirk Neubauer.

Ziel ist es, die Teilnehmenden durch eine berufliche und sprachliche Qualifizierung nachhaltig in den Arbeitsmarkt und in die Gesellschaft zu integrieren. Dafür wurden mit Hilfe des Fallmanagements der Stabsstelle Ausländer- und Asylangelegenheiten und den zuständigen Flüchtlingssozialarbeitern potentielle Teilnehmende unter den in Mittelsachsen lebenden Asylsuchenden und Flüchtlingen evaluiert. Aus diesem speziell ausgewählten Pool haben schließlich sieben Personen die Möglichkeit erhalten, sich dieser Herausforderung zu stellen. Drei weitere Personen sollen in Kürze folgen. Die Teilnahme am Projekt soll ihnen nicht nur eine Qualifizierung als Reinigungskraft ermöglichen, sondern auch eine sich anschließende Beschäftigungsperspektive bei der Landkreis Mittelsachsen Servicegesellschaft mbH bieten. Neubauer. „Der Landkreis und seine Tochtergesellschaft möchten hier auch als Arbeitgeber als gutes Beispiel vorangehen.“

Das Arbeitsfeld der Gebäudereinigung eignet sich dafür in mehrfacher Hinsicht. Zum einen konnte durch das Fachschulzentrum Freiberg-Zug und seinem Schwerpunkt Hauswirtschaft eine geeignete Lehrkraft vermittelt werden. Zum andern sind einige der Teilnehmenden durch Arbeitsgelegenheiten in den Unterbringungseinrichtungen schon mit dem Aufgabenfeld vertraut. Auch Sprachbarrieren spielen nur eine untergeordnete Rolle. Zahlreiche Firmen aus der Branche arbeiten bereits erfolgreich mit multilingualen Teams und können dementsprechende Erfahrungen aufweisen.

Bei der Maßnahme handelt es sich jedoch nicht um eine klassische Ausbildung. Vielmehr sollen Personen mit entsprechender Vorerfahrung oder mit hohem Eigeninteresse im Tätigkeitsbereich der Gebäudereinigung qualitativ hochwertig geschult und innerhalb eines halben Jahres in die Praxis überführt werden. Parallel dazu erhalten die Teilnehmenden Sprachunterricht und werden auch sozialpädagogisch begleitet. „Damit werden letztendlich auch wesentliche Elemente aus dem ursprünglichen Projekt „Integra 23“ in Grundzügen umgesetzt, um auf diese Weise mögliche Schwachstellen definieren und konzeptionelle Anpassungen vornehmen zu können“, betont Dirk Neubauer.

Der Landkreis verfolge weiterhin das Ziel ein flächendeckendes Projekt mit einer soliden Finanzierung etablieren, welches die Potentiale von Migranten nutzt und sie schnellstmöglich und nachhaltig in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt integriert.