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05.02.2021
Antworten gibt es im zweiten Sozialbericht für den Landkreis Mittelsachsen. Unter der Leitung von Professorin Dr. Isolde Heintze haben die Sozialwissenschaftlerinnen Tabea Esche und Friederike Haubold das Sozialmonitoring fortgeführt und auf dessen Grundlage den zweiten Sozialbericht erstellt. „Der Bericht zeigt: Es gibt viel Licht, aber auch Schatten“, sagt Jörg Höllmüller, zweiter Beigeordneter des Landkreises Mittelsachsen.
Die Bevölkerung ist weiter geschrumpft, die Menschen werden immer älter und es ist ein deutlicher Rückgang im erwerbsfähigen Alter beobachtbar. Dafür können im Wesentlichen zwei Gründe aufgeführt werden: Es sind zum einen deutlich mehr Menschen gestorben als geboren worden und zum anderen sind mehr Personen abgewandert als zugezogen. Gleichzeitig steigt die Zahl der Schüler seit Jahren kontinuierlich. Insbesondere junge Menschen im Landkreis zu halten und Fachkräfte sowie ihre Familien zu gewinnen, ist eine Herausforderung für den Landkreis.
Der Anteil der Kinder mit Sprachauffälligkeiten bei Schulanfängern ist leicht rückläufig. Jedoch weist insgesamt noch immer fast ein Drittel der untersuchten Kinder Sprachauffälligkeiten auf. Der Anteil übergewichtiger Kinder ist seit 2015 wieder leicht rückläufig.
Die Anzahl der langzeitarbeitslosen Personen ist zurückgegangen. Ein stetiger Rückgang kann vor allem für die Sozialregion Nord (Döbeln) konstatiert werden. Hier sanken die Zahlen von 2303 Langzeitarbeitslosen im Jahr 2010 auf 880 Langzeitarbeitslose im Jahr 2018.
Der zweite Sozialbericht setzt neue inhaltliche Schwerpunkte, führt aber als Längsschnittstudie auch Bewährtes erfolgreich fort.
Neu sind Untersuchungen zur Bleibeperspektive angehender Akademikerinnen und Akademiker, zur Überschuldungssituation im Landkreis, zu Suchterkrankungen und zum bürgerschaftlichen Engagement von Mittelsächsinnen und Mittelsachsen. Mit der vertiefenden Betrachtung dieser vier ausgewählten Themen lassen sich weitere Handlungsfelder ableiten, um flächendeckend und bereichsübergreifend sozialen Problemlagen entgegenzusteuern.
Knapp zwei Jahre haben die Wissenschaftlerinnen der Fakultät Soziale Arbeit an der Hochschule Mittweida an dem fast 500 Seiten umfassenden Bericht gearbeitet, Daten der vergangenen acht Jahre ausgewertet. „Der zweite Sozialbericht erlaubt so einen Blick mit der sozialen Lupe in die Kommunen Mittelsachsens hinein. Zusammen mit dem ersten Bericht stehen nun umfassende, regionale Informationen auch über die längerfristige Entwicklung wichtiger sozialer Daten und Lebenslagen ab 2010 zur Verfügung“, fasst es Professorin Dr. Isolde Heintze zusammen.
Für Jörg Höllmüller ist der Sozialbericht eine unverzichtbare Grundlage für anstehende Entscheidungen: „Der Sozialbericht soll wieder ‚Daten für Taten‘ liefern. Er ist als nützliches Instrument für die Kommunalpolitik, für soziale Akteure sowie interessierte Bürger gedacht.“
Der erste Sozialbericht erschien im Februar 2017. Der zweite Bericht kann im Bereich des Geschäftskreises für Ordnung, Soziales und Gesundheit heruntergeladen werden.
Weiterführende Informationen gibt es auf der Internetseite der Hochschule Mittweida.
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