Aufruf zur Meldung von Wiesenbrütern

19.06.2019

Zu den in Sachsen vorkommenden Wiesenbrütern zählen die Vogelarten Wachtelkönig, Braunkehlchen, Bekassine und Wiesenpieper. Allen gemeinsam ist, dass sie ihr Nest am Boden im Grünland anlegen, Zugvögel und Insektenfresser sind und auf den Roten Listen Sachsens und Deutschlands stehen. Sie besiedeln bevorzugt artenreiches, extensiv genutztes Grünland, häufig auf feuchten Standorten – Lebensräume, die durch die immer intensivere landwirtschaftliche Nutzung selten geworden sind.

In Mittelsachsen gibt es nur noch wenige Brutpaare:

Bekassine Wachtelkönig Braunkehlchen Wiesenpieper
1 (0) 3 (4) 28 (25) 0 (7)

 

Daher ist bei Bekanntwerden von Bruthinweisen, jeder Brutverdacht durch die untere Naturschutzbehörde zu schützen.

Der Ruf der männlichen Wachtelkönige ist dabei so prägnant und unverwechselbar, dass er auch von Laien erkannt werden kann. Es handelt sich um ein knarrendes Doppelgeräusch rerrp-rerrp, das sich anhört, als würde man mit dem Daumennagel über die groben Zähne eines Kammes streichen.

Wachtelkönige rufen meist vom Boden aus und meist in den Abendstunden und der Nacht. Ihre Rufe können bis zu einen Kilometer weit zu hören sein und werden oft stundenlang wiederholt. Gerufen wird von Anfang Mai bis Anfang Juli. Sobald sie verpaart sind, verstummen die Wachtelkönige meist, wobei einzelne Rufe auch am Tag noch möglich sind. Sie können im gesamten Landkreis auftreten, sind im südlichen Raum jedoch wahrscheinlicher. Wachtelkönige werden über ihre Rufe festgestellt, zu Gesicht bekommt man sie eher nicht.

Um eventuelle Wachtelkönigbruten schützen zu können, müssen die Rufer identifiziert werden. Wir bitten daher alle Wachtelkönigrufe sowie Sichtbeobachtungen von Bekassine, Braunkehlchen und Wiesenpieper unter folgender Telefonnummer an die Untere Naturschutzbehörde zu melden.

Kontakt:
Referat Naturschutz
Udo Seifert
Tel. 03731 799-4144

Weiterführende Informationen können auch im Bereich Projekte im Internetauftritt des Landkreises Mittelsachsen nachgelesen werden.

Foto: Bärbel Franzke

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