Informationen zum „Wolf"


Wölfe sind ein ursprünglicher Bestandteil unserer Landschaft. Früher gab es sie im gesamten europäischen Raum. Im 18. und 19. Jahrhundert wurden die Wölfe jedoch in weiten Teilen West- und Mitteleuropas ausgerottet. Durch intensive Jagd auf den Wolf war Deutschland um 1850 weitestgehend wolfsfrei. Später aus Polen zugewanderte Wölfe wurden erlegt.

Mit der Wiedervereinigung wurde der Wolf in gesamt Deutschland unter Schutz gestellt und seit den 1990er Jahren kehren die Tiere  in ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet zurück. Im Frühjahr 2000 wurden im Osten Sachsens, nahe der polnischen Grenze auf einem Truppenübungsplatz, erstmals in Deutschland wieder Wolfswelpen geboren. Seitdem haben sich die Wölfe in Deutschland von Sachsen nach Brandenburg und Niedersachsen ausgebreitet, aber auch in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Bayern wurden vereinzelt Territorien nachgewiesen. Trotzdem gilt der Wolf noch als stark bedroht und ist artenschutzrechtlich streng geschützt.

Im Jahr 2012 wurde der Wolf in das Sächsische Jagdgesetz mit ganzjähriger Schonzeit aufgenommen. Der Schutzstatus der Art hat sich dadurch nicht geändert.

1. Wer nimmt Meldungen zum „Wolf" entgegen?

Schäden an Nutz- oder Wildtieren, bei denen ein Wolf als Verursacher in Betracht kommt, nimmt das Landratsamt Mittelsachsen entgegen. Bitte informieren Sie das Landratsamt Mittelsachsen auch über Sichtbeobachtungen, Spuren oder Losungen, die auf einen Wolf hindeuten. Ihre Meldungen nehmen die zuständigen Mitarbeiter der Abteilung Umwelt, Forst und Landwirtschaft wie folgt entgegen:

A) während der Dienstzeiten des Landratsamtes  

Was? Wer?
- Kadaverfund Nutztier Telefon 03731 799-4013
oder -4050
- Kadaverfund Wildtier
- Totfund Wolf
- Verletzter oder auffälliger Wolf
- Sichtbeobachtung und indirekte Hinweise (Spuren, Kot ...)
Telefon 03731 799-3610, -3622
oder -3623

 

B) außerhalb der Dienstzeiten des Landratsamtes

Was? Wer?
- Kadaverfund Nutztier
- Kadaverfund Wildtier
- Totfund Wolf
- Verletzter oder auffälliger Wolf
- Sichtbeobachtung und indirekte Hinweise (Spuren, Kot ...)
über die Rettungsleitstelle,
Telefon 112


ACHTUNG – bitte beachten Sie auch folgende Hinweise:

  • Bei Verkehrsunfällen mit Wölfen ist generell die Polizei zu benachrichtigen.

  • Bei Nutztieren soll der Schaden möglichst innerhalb von 24 Stunden gemeldet werden, um zeitnah einen Begutachtungstermin zu vereinbaren. Die Begutachtung ist kostenfrei. Nur nach Begutachtung durch einen amtlich bestellten Nutztierrissgutachter kann ein finanzieller Schadensausgleich gemäß § 40 Abs. 6 Sächsisches Naturschutzgesetz erfolgen.

  • Datenschutzrechtliche Informationen nach DSGVO

2. Information zum Managementplan für den Wolf in Sachsen

Für den Erhalt und die Entwicklung der Wolfsvorkommen ist die Akzeptanz der Bevölkerung ein entscheidender Faktor. Der Freistaat Sachsen hat deshalb im Jahr 2009, unter Beteiligung von Vertretern einer Reihe thematisch berührter Interessengruppen einen Managementplan für den Wolf in Sachsen aufgestellt. Ziel des Managementplanes ist es, ein möglichst konfliktfreies nebeneinander von Menschen und Wölfen zu erreichen.

3. Welche Vorsorgemaßnahmen sind bei der Nutztierhaltung möglich?

In Sachsen ist das Gebiet, in dem Schutzmaßnahmen für Nutztiere gegen Wolfsübergriffe mit staatlichen Hilfen gefördert werden, mit Start der neuen Förderperiode noch einmal deutlich ausgeweitet worden. Ab sofort wird die Förderung der Schutzmaßnahmen im gesamten Freistaat angeboten. Hintergrund ist die zu erwartende weitere Ausbreitung der Wölfe auf Regionen, in denen sie bisher nicht dauerhaft anwesend waren. Der Freistaat Sachsen unterstützt gegenwärtig Schaf- und Ziegenhalter sowie Halter von Gatterwild bei Präventionsmaßnahmen, so zum Beispiel:

  • der Anschaffung von Elektrozäunen, Flatterbändern und Herdenschutzhunden sowie

  • bei der Installation von Unterwühlschutz.

Künftig sind solche Präventionsmaßnahmen in ganz Sachsen auch Voraussetzung für einen Schadensausgleich, falls es trotz der Vorsorge zu Schäden an Nutztieren kommt. 

Die Förderung für die Präventionsmaßnahmen ist in der Förderrichtlinie Natürliches Erbe (RL NE/2014) geregelt. Statt wie bisher bis zu 60 Prozent der Ausgaben ist künftig eine Förderung in Höhe von 80 Prozent der Nettokosten möglich.

Mehr Informationen, auch zu Förderrichtlinien, zum Herdenschutz und zu Arbeitsmaterialien bekommen sie auf folgenden Internetseiten:

Referat Naturschutz
Ansprechpartnerin
Dr. Ursula Heinrich
Telefon 03731 799-4050
Fax 03731 799-4086
ursula.heinrich[at]landkreis-mittelsachsen.de

Ansprechpartnerin
Jenny Eichelmann
Telefon 03731 799-4013
Fax 03731 799-4086
jenny.eichelmann[at]landkreis-mittelsachsen.de