Hauptstelle
Referat Wasserbau, Gewässer- und Hochwasserschutz

Besucheradresse:
Leipziger Straße 4
09599 Freiberg

Postadresse:
Frauensteiner Straße 43
09599 Freiberg

Telefon: 03731 799-4006
Fax: 03731 799-4087
umwelt.forst[at]landkreis-mittelsachsen.de

Sprech-/Öffnungszeiten:
Monach Vereinbarung
Di09-12, 13-18 Uhr
Minach Vereinbarung
Do09-12, 13-18 Uhr
Fr09-12 Uhr
Außenstelle Freiberg-Zug
Außenstelle Freiberg-Zug

Besucheradresse:
Hauptstraße 150 (im Fachschulzentrum Freiberg-Zug)
09599 Freiberg, Stadteil Zug

Sprech-/Öffnungszeiten:
Monach Vereinbarung
Di09-12, 13-18 Uhr
Minach Vereinbarung
Do09-12, 13-18 Uhr
Fr09-12 Uhr

Referatsleiter: amt. Lutz Holzhey

Das Referat Wasserbau, Gewässer- und Hochwasserschutz  ist zuständig für die Durchführung wasserrechtlicher Genehmigungs-, Erlaubnis- und Bewilligungsverfahren im Vollzug insbesondere der Rechtsgrundlagen Wasserhaushaltsgesetz (WHG) vom 31. Juli 2009 und Sächsisches Wassergesetz (SächsWG) vom 12. Juli 2013. Das Referat hat dabei im Rahmen der Zuständigkeit (SächsWasserZuVO) wasserfachliche und wasserrechtliche Aufgaben, welche insbesondere folgende Themen beinhalten:

Gewässerunterhaltung und Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie

Ihre Ansprechpartner/innen mit Sitz am Standort Hauptstraße 150 (im Fachschulzentrum Freiberg-Zug) in 09599 Freiberg, Stadtteil Zug:

Nancy Göhler

Telefon: 03731 799-4043
nancy.goehler[at]landkreis-mittelsachsen.de

Alexander Menzer

Telefon: 03731 799-4177
alexander.menzer[at]landkreis-mittelsachsen.de

Gewässerunterhaltung

Wer ist für die Unterhaltung der Fließgewässer zuständig?

Für die Unterhaltung der Gewässer II. Ordnung sind die Gemeinden verantwortlich, für die Gewässer I. Ordnung die Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen (LTV). Welche Fließgewässer dies sind ist unter

erläutert.

Was gehört zur Unterhaltung?

Ziele einer nachhaltigen Gewässerunterhaltung sind die Pflege und Entwicklung naturnaher Gewässer, die ihre verschiedenen Funktionen erfüllen können. Dabei dürfen die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie nicht gefährdet werden. Als Grundsatz gilt daher: Nur so viel wie wasserwirtschaftlich erforderlich und so wenig wie möglich.

Zur Unterhaltung gehören insbesondere:

  • Erhaltung des Gewässerbettes (Sohle), auch zur Sicherung eines möglichst schadfreien Wasserabflusses im Siedlungsbereich,

  • Erhaltung der Ufer, insbesondere durch Erhaltung und Neuanpflanzung einer standortgerechten Ufervegetation, sowie Freihaltung für den Wasserabfluss,

  • Sicherung der Ufer durch naturnahe Bauweisen,

  • Erhaltung und Förderung der ökologischen Funktionsfähigkeit des Gewässers als Lebensraum von wild lebenden Tieren und Pflanzen,

  • Erhaltung des Gewässers in einem Zustand, der hinsichtlich der Abführung und Rückhaltung von Wasser, Geschiebe, Schwebstoffen und Eis den wasserwirtschaftlichen Bedürfnissen entspricht

Welche Rechte und Pflichten haben Grundstückseigentümer und Gewässeranlieger?

Gewässer sind ein öffentliches Gut, auch auf privatem Grund!

Pflichten:

  • Duldung von Unterhaltungsarbeiten (Betreten, Aushublagerung, Entnahme von Stoffen, Bepflanzung der Ufer, Behinderung von Benutzungen, Einbau von Pegelmessstellen)

  • Unterlassen von Maßnahmen, die die Ufersicherheit gefährden oder die Unterhaltung erschweren würden

  • Erhaltung der Gewässerrandstreifen und anderer Schutzgebiete (Trinkwasserschutzzone, Hochwasserüberschwemmungsgebiet etc.)

Rechte:

Der Unterhaltungspflichtige hat der duldungspflichtigen Person die beabsichtigten Maßnahmen rechtzeitig vorher anzukündigen.

Für dabei entstandene Schäden darf der Geschädigte Ersatz fordern.

 

Standortfremde Gehölze wie zum Beispiel Fichte oder Thuja sind Flachwurzler beziehungsweise wachsen vom Wasser weg und sind dadurch nicht in der Lage den Boden festzuhalten. Dies kann zu Unterspülungen bis hin zu Böschungsabbrüchen führen.

Gewässerbett, Ufer und Gewässerrandstreifen

Quelle: DWA-Landesverband Sachsen/Thüringen

Das Gewässerbett ist die Sohle eines Fließgewässers. Die Uferlinie bildet die Grenze zwischen dem Bett und dem Ufer. Sie wird durch die Linie des Mittelwasserstandes bestimmt. Das Ufer endet an der Böschungsoberkante, fehlt diese, tritt an ihre Stelle die Linie des mittleren Hochwasserstandes. Ab der Böschungsoberkante schließt sich landwärts der Gewässerrand-streifen an. Er beträgt innerhalb der geschlossenen Bebauung (Innenbereich) fünf Meter, außerhalb der geschlossenen Bebauung (Außenbereich) zehn Meter.

Die Ufer einschließlich ihres Bewuchses sind zu schützen.

Die Gewässerrandstreifen dienen der Erhaltung und Verbesserung der ökologischen Funktionen oberirdischer Gewässer, der Wasserspeicherung sowie der Sicherung des Wasserabflusses. Auch vermindern sie diffuse Einträge von Wasserschadstoffen in das Gewässer.

Gewässerrandstreifen unterliegen folgenden Verboten:

  • Errichtung baulicher und sonstiger Anlagen (Gebäude, Terrassen, Stege, Treppen, Zäune, Mauern, Staustellen etc.)

  • Entfernung standortgerechter Bäume und Sträucher (z. B. Erlen, Weiden, Eschen)

  • Anpflanzung nicht standortgerechter Bäume und Sträucher (z. B. Nadelgehölze, Thuja)

  • Lagerung wassergefährdender Stoffe (z. B. Öle, Kraftstoffe, Pestizide)

  • Ablagerung von Gegenständen, die den Wasserabfluss behindern oder fortgeschwemmt werden können (z. B. Grünschnitt, Laub, Reisig, Abfälle, Baustoffe)

Wessen Aufgabe ist die Unterhaltung des Gewässerrandstreifens?

Die Gewässerrandstreifen sind vom Grundstückseigentümer standortgerecht im Hinblick auf ihre Funktionen zu bewirtschaften oder zu pflegen. Dabei darf der Gebrauch des Eigentums dem Gemeinwohl nicht entgegenstehen, sondern soll ihm vielmehr zugute kommen (Sozialpflichtigkeit).

Darf ein (Privat-) Eigentümer oder Flächenbewirtschafter einen Uferabriss verfüllen, einen Mäander durchstechen oder eine Auskolkung befestigen?

Nein! Eingriffe in ein Gewässer bedürfen der Genehmigung durch die zuständige Wasser-behörde. Vor Durchführung solcher Maßnahmen muss daher mit der Unteren Wasserbehörde Kontakt aufgenommen werden.

Grundsätzlich soll der naturnahen Entwicklung Raum gelassen werden. Wo jedoch vom Gewässer Gefahren oder erhebliche Nutzungsbeeinträchtigungen ausgehen, sind auch Schutzmaßnahmen möglich.

Warum ist ein mit standortgerechten, einheimischen Gehölzen bewachsener Gewässerrandstreifen so wichtig?

Funktionen für das Gewässer:

  • Natürliche Sicherung der Ufer

  • Lebensraum für im und am Gewässer lebende Tiere

  • Beschattung des Wasserlaufs, dadurch kühlere Wassertemperatur, höherer Sauerstoffgehalt, geringeres Wachstum der Wasserpflanzen

  • Verminderung des Nährstoffeintrags von angrenzenden Nutzflächen

Entlang der Mittelwasserlinie kommen natürlicherweise verschiedene Weidenarten und die Schwarzerle in Betracht. Sie wurzeln direkt unter der Bachsohle und stabilisieren die Ufer dadurch sehr gut.

Oberhalb der Mittelwasserlinie gedeihen folgende einheimische Gehölze am besten:

Bäume

Sträucher

Esche

Gemeiner Schneeball

Bergahorn

Roter Hartriegel

Feldahorn

Hasel

Traubenkirsche

Pfaffenhütchen

Stieleiche

Rote Heckenkirsche

Winterlinde

  

Europäische Wasserrahmenrichtlinie

Die europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) wurde 2000 von der Europäischen Gemeinschaft erlassen und verfolgt das Ziel Flüsse, Seen, Grundwasser und Küstengewässer in einen „guten Zustand“ zu bringen.

Dabei fließen sowohl biologische Qualitätskomponenten (ökologischer Zustand) als auch der chemische Zustand in die Bewertung ein. Den Hauptaspekt bilden der Bestand und Zustand von Fischen, Pflanzen im Wasser (Makrophyten) und Wirbellosen am Gewässergrund (Makrozoobenthos).

Ausführliche Informationen zur WRRL erhalten Sie unter:

Im Landkreis Mittelsachsen befinden sich über 100 berichtsrelevante Fließgewässer. Bei fast allen besteht zum Teil großer Handlungsbedarf. Die hauptsächlichen Defizite liegen in der Hydromorphologie (geringe Strukturvielfalt, Verbau), der nicht vorhandenen Durchwanderbarkeit für Fische und Wirbellose, zum Beispiel durch Wehranlagen, sowie in der Belastung des Wassers mit Nähr- und Schadstoffen.

Um die Erreichung der Ziele der WRRL voranzutreiben bietet der Freistaat Sachsen den Gemeinden mit der Förderrichtlinie Gewässer/Hochwasserschutz (RL GH/2007) eine finanzielle Unterstützung an. Mit dieser können Maßnahmen des Hochwasserschutzes sowie zur Umsetzung der WRRL an Gewässern II. Ordnung in der Regel mit 75 Prozent, in besonderen Fällen sogar mit 90 Prozent gefördert werden. Bezuschusst werden dabei alle Maßnahmen, die die Gewässerstruktur verbessern, wie beispielsweise das Beseitigen von Sohl- und Uferverbau, die Offenlegung von Verrohrungen, das Anlegen eines sich natürlich entwickelnden Gewässerrandstreifens oder der Rückbau von Wehren und anderen Wanderhindernissen.

Die Förderrichtlinie mit Antragsunterlagen finden Sie unter:

  • Förderportal
    Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft

Diese Richtlinie gilt nur für Gewässer II. Ordnung. Sie sind zu unterscheiden von den größeren Gewässern I. Ordnung, für die vorrangig die Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen zuständig ist. Im Landkreis Mittelsachsen sind dies die Bobritzsch, Chemnitz, Flöha, Freiberger Mulde, Gimmlitz unterhalb der Talsperre Lichtenberg, Große Lößnitz, Große Striegis, Jahna, Vereinigte Mulde, Zschopau, Zwickauer Mulde und das System der Revierwasserlaufanstalt Freiberg. Alle übrigen Fließgewässer sind II. Ordnung.